Hakkullah ist die Bezeichnung für das Geschenk, das die Talibs dem Dedes des Ocaqs in Kızılbaş tekkes (Ocaqs) machen. Die Dedes, die von den Aleviten als religiöse Führer angesehen werden, besuchten die alevitischen Talibs, nachdem die Erntezeit vorbei war und die alevitischen Dorfbewohner sich für die Wintermonate in ihre Häuser zurückgezogen hatten. Während dieser Reisen, die etwa drei Monate dauerten, verrichteten die Aleviten/Kizilbasch in den vom Dedes besuchten Dörfern ihre Gebete gemeinsam mit dem Dedes und lösten ihre Probleme, falls es welche gab, unter der Führung des Dedes. Dabei wurden viele Cem-Rituale und Anbetungen wie „Görgü“, „Musahib“, „İkrar“ usw. durchgeführt. Die Kizilbasch/Aleviten wollten dem Dedes eine finanzielle Entschädigung für die geleisteten Dienste anbieten. Die Höhe und Form dieses finanziellen Ausgleichs hing von den Vorlieben des Gebers ab. Einige gaben sie dem Dedes in Form von Getreide, andere in Form von Geld oder Stoff. Dieses Geschenk an den Dedes, auch Lokma genannt, wird im Volksmund „Hakullah“ genannt. Diese Praxis findet sich auch im Çelebiler-Zweig des Bektaschismus.